Samstag, 29. Dezember 2012

Black and White - Extended.

Hallo ihr Lieben!

Habt ihr die Weihnachtstage voller Völlerei und emotionaler Anspannung gut überstanden? :) Ich bin mittlerweile wieder in der Heimat, war über die Weihnachtstage im Tirol und im Allgäu, und bin jetzt aber auch froh, dass bald wieder der Alltagstrott eintritt. Es ist zwar alles in allem eine sehr schöne Jahreszeit, aber der ganze Geschenkeinkaufstress, die Weihnachtsplätzchenbackkatastrophen, das Neujahrsvorsätzeschmieden und die Silvesterchaosplanungen... das ist mir dann doch irgendwann zu viel des Guten :D

Etwas verspätet, aber aus aktuellem Anlass möchte ich heute ein Thema anschneiden, bei dem ich selbst nicht so genau weiß, welche Position ich da beziehen sollte. Es handelt sich um die Weihnachtskampagne von Illamasqua, die mit folgenden Fotos bereits vor einigen Monaten publik ging:


Als ich die Fotos das erste Mal sah, fand ich die Idee sehr schön und vor allem artistisch einfach toll umgesetzt. Es ist dasselbe Model, welches einmal komplett schwarz und komplett weiß geschminkt in den Darstellungen gezeigt wird. Das Motto der Kampagne lautet "I'm not dreaming of a White Christmas" (hat mit der [Haut-]Farbe nichts zu tun, sondern lediglich mit Schnee and Heiligabend, lasst euch nicht irreführen ;D). Nun ist Illamasqua nicht unbedingt bekannt für biedere Looks und langweilige Produkte, im Gegenteil ist der Slogan der Firma "Make Up for your Alter Ego". Auch wenn wir uns an die vergangenen Kampagnen und Fotos der Kollektionen erinnern, ist die Marke kein Kind von Traurigkeit - kunterbunt, individuell, schräg, mutig und artistisch - wie ich bereits einmal sagte, ich empfinde Illamasqua ein bisschen als die rebellische, individuelle, tatöwierte, talentierte und verrückte kleine Schwester von MAC.

Die Bilder erinnerten wohl viele an eine Darstellung eines "Blackface"s, was das genau ist könnt ihr hier lesen. So kam es, dass Illamasqua bereits Ende November eine klärende Stellungnahme zur Kampagne publizieren musste:
"As of the day before yesterday, we have been receiving lots of negative attention in regard to one particular image. It features the same model theatrically painted white, and painted black. The woman painted in black has been interpreted by lots of people as "blackface" which was not at all our intention or inspiration! A debate has emerged on social media channels and seems to be escalating across certain blogs and websites.

On one side of the argument are those who feel that this is racist and want us to remove the imagery. Then, there are those who see this merely as an artistic expression with no reference to race.

Given that our objective with this imagery was to be playful, striking and fresh with the creation of mirror images in white and black, using colour ON the skin it is very saddening that those making negative comments are focusing on colour OF the skin. Frankly, colour of the skin didn’t even come into it at the time we created the imagery so we are absolutely shocked by the cynicism behind some of the comments.
"

Vor einigen Tagen brachte NikkieTutorials mit einem YouTube-Kollegen ein Video heraus, in welchem sie die Looks nachgeschminkt hatten - es war sehr toll und inspirierend gemacht. Der Screen war in der Mitte gesplittet und beide arbeiteten simultan im zusammengeschnittenen Video die Farben in ihre Gesichter ein und komplettierten den Look. Ich habe es zu Ende angeschaut - und das obwohl ich ein Vorspuler und Videoabbrecher bin, und generell nicht so viele YT-Videos mehr schaue. Heute fand ich diesen Rechtfertigungspost auf ihrem Blog, und die Konsequenz war, dass sie auf Drängen vieler Zuschauer das Video entfernt hat. Nun juti - man muss auch sagen, dass die Dame 250.000 Abonnenten hat, von der ein Großteil wahrscheinlich amerikanisch ist und dass der Begriff "Blackface" bzw. die Sensibilisierung für Hautfarbenkontroversen höher ist, als bei uns in Europa. Ich persönlich habe den Begriff vorher auch noch nicht gehört.

Die Kampagne hat mich an meinen eigenen Post erinnert - Black & White, in dem ich das Them Rassismus mehr oder minder verspielt angeschnitten habe. Was bei Lippenstiften auf so einem merkwürdig-komischen Blog irgendwie gut ankam, ist bei an Menschen und bei einer großen, internationalen Make-Up Firma irgendwie nicht so gut angekommen. :D


Wie empfindet ihr die ganze Debatte? Hat Illamasqua da eine Grenze überschritten bzw. denkt ihr, dass sie diese Überlegungen im Vorfeld hätten haben müssen? Ich denke allerdings, dass der Grund, wieso Illamasqua nicht auf diesen Gedanken kam einfach darin liegt, dass sie das Thema eben nicht omnipräsent beschäftigt - politically correct ist eine Sache, in Paranoia und Phobia leben eine andere. Den Unterschied zu machen bedeutet rassistisch zu sein - das ist meine Meinung. Und den hat Illamasqua eben nicht gemacht.

Oder denkt ihr: Das ist Kunst, und Kunst ist individuell und frei? Es ist einfach nur eine simple Darstellung, mit Farben und Formen. Es wurde mit Kontrasten gespielt, und erscheint als eine sehr "untypische Weihnachtskampagne", was ich ganz großartig und erfrischend finde. Auch wenn ich normalerweise für einen gewissen sensiblen Umgang bin, muss ich sagen, dass ich bei der offensichtlich künstlerischen Kampagne keine negativen Gefühle empfinde.

Ich bin auf eure Meinung gespannt - kreativ oder einfach nur unsensibel? Oder ist die ganze Reaktion einfach vollends übertrieben?

Schmuuus, eure Bananen-Jettie. 

(c) Alle Bildrechte Illamasqua

33 Kommentare

29. Dezember 2012 um 13:41

Ich habe darüber schon vor einigen Wochen was gelesen auf einem Blog und war völlig schockiert, wie man eine offensichtlich nicht rassistisch gemeinte Kampagne so verunglimpfen kann.
Ich kann nachvollziehen, dass einigen vielleicht der Gedanke kommen mag, dass die Darstellung Ähnlichkeit mit den Blackfaces hat, aber allein die Tatsache, dass Illamasqua eine gigantische Auswahl dunkler Foundations anbietet, sollte doch eigentlich zeigen, dass man durchaus Wert darauf legt jede Kundschaft, völlig unabhängig von der Hautfarbe zu bedienen.
Ich denke Illamasqua ist definitiv eine Marke, die polarisieren kann, aber ich denke nicht, dass das hier nötig ist. Man muss die Kampagne ja nicht schön finden, aber sie als rassistisch auszulegen finde ich gelinde gesagt extrem bescheuert.
Das Kunstverständnis ist sehr unterschiedlich, und das ist okay, und Menschen reagieren unterschiedlich sensibel, wie du schon sagtest, aber so ein Terz zu machen?! Ich finde es lächerlich.
Zumal Illasmaqua Stellung genommen hat und sich von dieser Interpretation klar distanziert hat.

Liebe Grüße
JuJu, die Illamasqua immer noch mag ;)

Anonym
29. Dezember 2012 um 14:11

Ich persönlich mag diese hypersensiblen Aufschreie nicht. Es regt mich zum Beispiel auch auf, dass man als junger Deutscher immernoch zu Kreuze kriechen muss für das, was eine Generation vor 70 Jahren verbrochen hat. Wir sind in der Geschichte etliche Generationen weiter als die Ära Blackface und Hitler und irgendwann muss man dafür nicht mehr in Sacktuch und Asche bereuen oder alles meiden, was auch nur ansatzweise zu Verwechslungen führen könnte. Ich weiß, dass das nur meine subjektive Meinung ist.
Zu Illamasqua denke ich: Wenn das Thema allgemein einfach zu sensibel ist weil es zu viele Meinungen gibt, dann muss man darauf als international agierende Firma natürlich Rücksicht nehmen.

29. Dezember 2012 um 14:12

Hmmmm, schwierige Frage....

Ich bin ja so eine selbsternannte Gutmenschin, die mit Rassismus und Benachteiligung aufgrund von Herkunft, Religion, Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung usw. echte Probleme hat. Nicht nur eine meiner Freundschaften ist auf lange Sicht wegen Rassismus, Engstirnigkeit oder religiöser Intoleranz auf Seiten meiner Freunde gescheitert (alternativ könnte man auch sagen, sie sind an meinen sehr liberalen Ansichten zerschellt, schon klar *gg*)

Ich bin dafür, dass
*) Werbung Frauen nicht als Sexobjekt betrachtet
*) Produkte wertungsfreie Namen tragen
*) aus verbohrten Ansichten keine wirtschaftliche Ausbeute stattfindet.

Aber: ich sehe den Rassismus hier nicht. Die Farben "schwarz" und "weiß" (oder auch "rot", "gelb" oder "oliv"), die für die Beschreibung von Hauttönen verwendet werden, spiegeln die Realität nicht einmal akkurat wider. Im Gegenteil, sie sind eine absolute Simplifizierung. Das ist einer der Gründe, warum ich jemanden, der komplett in lichtreflektierend oder -absorbierend geschminkt und gekleidet ist, nicht als Rasse-Stereotyp sehe.

Auch die Verwendung eines Models für beide Bilder widerlegt meiner Meinung nach Rassismusvorwürfe.

Diese hätte man eventuell diskutieren können wenn eine Frau mit sehr dunkler Haut weiß und eine mit Alabasterteint schwarz geschminkt worden wäre. Andererseits wäre das in meinen Augen eher ein Hinweis darauf, dass man sich verändern muss und in der vorliegenden Form nicht gut genug ist, und keine Anspielung auf Rasse. Für mich wäre aber "sich hinter Schminke verstecken und das eigene Selbst verleugnen" keine gute Basis für Werbung.

Den Rassismusvorwurf halbwegs verstehen könnte ich auch, wenn auf dem schwarzen Sujet "I'm dreaming of a white christmas" stünde und nur auf dem weißen das Wörtchen "not" eingefügt wäre. Das würde ein Ungleichgewicht erzeugen.

So, wie die Werbung da steht, ist sie meiner Meinung nach balanciert (und ich denke, das wurde durch die Spiegelung der Pose auch versucht zu erreichen). Hervorhebung des einen und Erniedrigung des anderen, wie für Rassismus typisch, sehe ich hier nicht.

Also lautet die Antwort auf die schwierige Frage wohl "ich kann die Vorwürfe nicht verstehen und halte die Reaktion für übertrieben".

29. Dezember 2012 um 14:16

Wow,den Aspekt habe ich bei Anschauen der Kampagne gar nicht gesehen...ich fand es einfach klasse,wie sie geschminkt ist...der Begriff des Blackface war mir gar nicht bekannt,danke für den Link! Ich kann es verstehen,dass man sich gestört fühlt,wenn man betroffen ist,aber das war ja niemals gewollt....puh kontroverses Thema!

29. Dezember 2012 um 14:30

Ich bin mir sicher, dass die Kampagne absolut nicht absichtlichtlich rassistisch gemeint ist. Nur LEIDER erinnert das "black"-Plakat extrem an die Darstellungsweise von Afrikanerin in z.B. Asterix-Comics oder eben verunglimpfenden Karrikaturen. Ganz schwarze Haut, dicke Rosa Lippen...googelt einfach nur mal. Das finde ich halt etwas...ungünstig, ich denke eine PR Firma sollte sich bei sowas irgendwie absichern und informieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Ähnlichkeit dor wirklich niemandem aufgefallen soll.

Kira
29. Dezember 2012 um 14:55

Bin ich ein schlechter Mensch, weil mir solche Debatten generell am Ar*** vorbei gehen? Ich meine Hautfarbe dunkel oder hell, is doch schnurz?
Ich finde beide "Bilder"/Looks, die ILLAMASQUA da kreaiert hat ansprechend, wenn nicht sogar das Schwarze eher als das Weiße...
Aber zurück zu meinem ersten Abschnitt: Man kann sich auch verrückt machen, wenn man immer darauf achtet niemandem zu nahe zu treten...
Wie der gute M. Jackson mal sagte: It Don't Matter If You're Black Or White

29. Dezember 2012 um 14:55

HUhu =)
Da ich mich für so hochwertige Kosmetik eigentlich generell nicht begeistern kann, habe ich die ganze Debatte jetzt erst durch deinen Post mitbekommen. Aber ich denke mal nicht, dass Illamasqua der Gedanke vorher nicht kam, wie du oben geschrieben hast. Die haben sicherlich genug schlaue Kerlchen in ihrer Rechtsabteilung sitzen. Ich denke nur mal, dass sie einfach falsch kalkuliert haben. Ich bin da etwas zwiegespalten. "Die sollen sich nicht so anstellen" kann ich auch nicht ganz unterstützen, immerhin ist das ähnlich wie mit der deutschen Geschichte, mich nervt das auch, dass man immer und immer wieder mit Dingen konfrontiert wird, die vor zig Jahren geschehen sind (wie in einem Post über mir geschrieben) aber das hat ja irgendwie auch seinen grund. Soweit mir bekannt ist, ist das Thema Rassen in Amerika noch lange nicht vom Tisch, selbst mit einem schwarzen Präsidenten wie Obama. Wohlgemerkt der erste! Also ich habe beim Bild sofort an schwarz/weiss im Sinne von Hautfarbe gedacht, evtl. auch WEIL ich mit der Firma sonst nix am Hut habe. Das der Firma vorwerfen und sie gar zu boykottieren würde mir aber trotzdem nie in den Sinn kommen, sie haben ja in ihrem offiziellen Statement klar gemacht was sie meinen...und gut ist ;)

29. Dezember 2012 um 15:00

Ich sehe die Kampagne ebenfalls als sehr künstlerisch umgesetzt und mir gefällt es sehr gut was Illamasqua macht. Mir wäre es nicht mal in den Sinn gekommen an Rassismus zu denken. Und ich finde es sollte eher den Leuten zu denken geben die dies als rassistisch empfinden, wie sie überhaupt auf so eine Idee kommen. Für mich hegen solche Leute viel eher rassistische Gedanken als andere Leute die sich halt einfach ausdrücken wie sie wollen und auch mal auf political correctness pfeifen.

29. Dezember 2012 um 15:12

Oh, oh, oh. "Aber das ist doch nur Farbe AUF der Haut! An HAUTFARBE haben wir dabei gar nicht gedacht!" Unfassbares Statement von Illamasqua, und unglaublich, dass angeblich niemand auf dem Schirm gehabt hat, dass diese Kampagne auf eine rassistische Praxis zurückgreift. Deinen Black+White Post kann man damit gar nicht vergleichen, Jettie: Du hast Rassismus zum Thema gemacht. Während Illamasqua gedankenlos Blackfacing betreibt und sich dann damit verteidigen will, sie hätten ja alles nicht so gemeint und deswegen wärs auch nicht rassistisch - was Quatsch ist. Hierzu noch: http://jezebel.com/illamasqua-blackface/

Anonym
29. Dezember 2012 um 15:16

Mir ist die Kampagne total durch die Lappen gegangen, sehe ich jetzt hier zum ersten Mal und kann ja dann gar nicht sooo der Aufreger gewesen sein. Rassistisch? Sehe ich hier überhaupt nicht. Ich habe vor einiger Zeit einen interessanten Artikel in "neon" gelesen über das Empört- und Beleidigtsein. Nach dem Motto: Ich fühle mich durch alles und jedes angegriffen, weil Beleidigtsein meine Grundhaltung ist. Und wenn ich mich durch diese Werbekampagne angegriffen fühlen möchte, kann ich das halt auch, weil wo ein Wille da ein Weg. Ich finde Illamasqua toll- auch von den Kampagnen her. Es gab da schon von anderen Seiten ganz andere wirklich geschmacklose Dinge wie "Obdachlosen-Chic" bei Mode-Shootings, etc. Vor ein paar Jahren hat MAC auch eine geplante Zusammenarbeit mit Rodarte auf Eis legen müssen, da einige wenige sich durch die Namensgebung der Produkte verunglimpft sahen. Leider reicht hier mein Hintergrundwissen auch nicht, um dazu Stellung zu beziehen.

29. Dezember 2012 um 15:17

Wenn man ein weißes Model schwarz anmalt um dann den Anschein zu erwecken eine schwarze Frau würde für xy modeln, statt gleich von vorneherein ein schwarzes Model zu nehmen, dass empfinde ich als "blackfacen".
Die Kampagne so wie sie ist, fällt für mich eher unter "Kunst". Kunst die ich auch nicht unbedingt verstehe (mir gefällt die Aufmachung einfach nicht) aber dennoch: Kunst.
Ich stimme dir in einem Punkt voll zu:
"Den Unterschied zu machen bedeutet rassistisch zu sein - das ist meine Meinung. "
Ich sehe wie einige Leute um eine Schulfreundin von mir "verbal rumtänzeln" die eben zufällig dunklerer Abstammung ist und wie sehr sie das annervt. Durch dieses überdeutliche "Betonen ja nix falsches zu sagen" wird ihr ja erst Recht vor Augen geführt "du bist anders" was ja totaler Schwachsinn ist.
Benachteiligung (ich nenne es jetzt einfach mal so) fängt doch bei kleinen, unbedachten Gemeinheiten an.
Ich werde nie, nie vergessen wie wir mal zu zweit im Internationalen Kino waren und uns an der Kasse auf Englisch unterhalten haben (weil ich damals zuwenig Französisch konnte und sie noch nicht gut genug Deutsch) und die Kassiererin in 100 Dezibel Lautstärke in ihre Richtung gebrüllt hat "Film nix auf Englisch!" obwohl sie davor mit mir (=weiße Haut) ganz normal geredet hat.
Sowas ist Rassismus.

29. Dezember 2012 um 15:23

"aber sie als rassistisch auszulegen finde ich gelinde gesagt extrem bescheuert"

What she said.

Ich finde die Bilder einfach nur schön. Es ist eine Kosmetikmarke. Sie macht Werbung. Man kann nicht mal bestimmen, was die gute Dame unter der SCHMINKE! für eine Hautfarbe hat und ganz ehrlich, who cares?

Ich habe eher das Gefühl, Leute, die da Rassissmus drin erkennen können/wollen haben ein Problem.

Mein erster Gedanke war an die Schneekönigin und an einen Schornsteinfeger, weil es einfach Schminke ist.

Ich kann die Gedankengänge nicht mal nachvollziehen.... Herrje. Keep calm and basically, enjoy your makeup. Ne? :D

29. Dezember 2012 um 15:29

Oh, Nachtrag:

Die Antwort der Macher ist ja wohl mal eine der genialsten die ich je gelesen habe, vor allem die letzten Sätze. I likey!

29. Dezember 2012 um 15:31

@Lilo
Das sehe ich ganz genau so. Im Grunde nicht schlimm, aber es sieht halt wirklich genau aus wie die typische Blackface-Darstellung. Da hätte man besser recherchieren müssen, bevor man mit der Kampagne an den Start geht.

Anonym
29. Dezember 2012 um 16:43

Ganz ehrlich als ob das in der Pr Abteilung niemandem im Vorhinein aufgefalen ist! Ich denke auch absolut nicht rassistisch aber bei der Betrachtung des Black Fotos habe ich direkt an diese Karrikaturen gedacht und finde das schon ziemlich geschmacklos - ich denke diese Assoziation entsteht aber vorallem durch die extremen Nude Lippen und das ist mit Sicherheit etwas was von Illamasqua genauso gewollt ist. Man hätte die Lippen einfach in einer anderen knalligen Farbe machen können und schon wäre der Look weniger rassistisch gewesen. Die Rechtfertigung von Illamasqua ist jawohl ein Witz, man kann sich auch nicht einfach von jeder Verantwortung freisprechen wenn man solche Kampagnen kreiiert und dass niemand auf die Idee gekommen sein soll wenn man jemanden schwarz oder weiss anmalt könnte das eventuell mit dem größten Menschheitskonflikt der letzten Jahrhunderte assoziiert werden kann mir auch keiner weissmachen (no pun intended). Besonders da Illamasqua doch eine britische Marke ist und dort diese Thematik noch aktueller ist als bei uns. Setzen, sechs!

29. Dezember 2012 um 17:00

Ich finde die Reaktionen übertrieben. Ich erinnere mich an eine Debatte im Englisch Unterricht von wegen Bezeichnungen wie "Black Friday" oder was auch immer mit schwarz in Verbindung steht sei negativ und rassistisch geprägt, und fand das auch damals schon bescheuert.

Für mich hat die Farbe schwarz nichts mit der Hautfarbe von jemandem zu tun (überhaupt sind die wenigsten afrikanischstämmigen Menschen richtig schwarz, sondern eher schokoladig dunkelbraun), wir denken ja auch nicht bei jeder gelben Sonne an Asiaten. Ich zumindest nicht.

Bei Dunkelhäutigen Menschen scheint das aber immernoch ein Thema zu sein und solange sich noch Menschen über solche Kampagnen aufregen, wird es wohl auch Rassisten geben (vielen wie mir wäre die Anstößigkeit der Bilder sicher entgangen).

Außerdem: wer weiß ob das Modell nicht gemischtes Blut in sich trägt? vielleicht war ihr das Weiß viel unangenehmer?

29. Dezember 2012 um 17:10

Naja das ist blöd gelaufen.. aber mal ehrlich, wenn in Deutschland eine MakeUp oder Fashion Marke Männermodels abbildet, die einen schwarzen Schnäuzer tragen, der so ähnlich dem "Führer von 1933" ist, würde man hier genauso reagieren, oder..?

29. Dezember 2012 um 18:24

Ich habe diesen "Aufreger" auf einem anderen Blog verfolgen können. Die Bloggerin (Amerikanerin, weiß) dieses Blogs hat einen riesen Artikel drüber geschrieben und Illamasqua kontaktiert um sich zu beschweren weil sie diese Kampagne als rassistisch empfindet. Ich dachte mir damals nur "was für bescheuerte Menschen muss es geben"...ich habe meinen Mann (schwarz) nach seiner Meinung gefragt und der konnte nur drüber lachen :)

29. Dezember 2012 um 18:38

Hallo,

Illamasqua ist ja nicht dafür bekannt gefällige Kampangnen zu starten. Die Provokation in jede Richtung halte ich für absolute einkalkuliert und gewünscht, denn auch negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit. Provokation führt zu Diskussion auf den verschiedensten Kanälen. Trotzdem gibt sich die Kampangne eben gerade nicht angreifbar und natürlich wird Illamasque jeglichen Hintergedanken abstreiten.
Illamasqua wird mit einem kritsch kontroversem Image und einer höheren Bekanntheit daraus hervorgehen (wenn sie sich nicht völlig böd anstellen) ähnlich wie Benetton in den 8o/90iger Jahren.

Gruß T.

hag
29. Dezember 2012 um 18:40

@Michèle
Diesen Hinweis finde ich sehr wichtig. Vieles, das nicht rassistisch gemeint ist, kann es trotzdem sein (z.B. weile s Bilder reproduziert und von Betroffenen genau so aufgefasst wird)

Wie etwas gemeint ist verliert an Wichtigkeit wenn es ganz ander aufgefasst wird.
und dass es als blackface aufgefasst wird kann ich gut verstehen. Schuhcremefarbene Haut und vergrösserte Lippen sind nun mal Teil dieses Bildes.

29. Dezember 2012 um 19:14

Ist nicht Illamasqua eine britische Marke? Woher sollte daher die PR von denen die Geschichte über blackface kennen (ist mir auch total unbekannt)? Als ich die Bilder gesehen habe, dachte ich nur, wow, so schwarzen Teint bieten sie an? Cool.

29. Dezember 2012 um 19:38

Ich kann hier keinerlei rassistische Intentionen erkennen.
Leute die nur auf so etwas warten, können sicherlich böses hinein interpretieren.

29. Dezember 2012 um 19:51

...ich unsensibles Ding habe den rassistischen Hintergrund nicht erkannt, shame on me...
[Wer Ironie findet, darf sie behalten.]

29. Dezember 2012 um 21:50

Das ist wirklich ein interessanter Post!
Ich finds wirklich kreativ, sieht auch richtig toll aus
Schade, dass NikkieTutorials ihr Video entfernen musste, hätte es mir wirklich gerne angesehen

und eigentlich kann ich mich nur deiner Meinung anschließen :D

29. Dezember 2012 um 22:30

Alle predigen immer Toleranz und wenn sie dann gefordert wird,bringt sie keiner auf.Das fällt mir bei solchen Sachen immer wieder auf.Ich verstehe nicht wo das herkommt,das sich dann sofort immer jemand persönlich angegriffen fühlt.Für mich ist das Kunst und die darf (bei mir zu mindestens) fast alles.Außerdem erkenne ich nicht beleidigendes oder rassistisches und hatte beim ersten ansehen auch keine Assoziationen zu "dem" Thema.

29. Dezember 2012 um 23:27

Was genau ein blackface ist, war mir bisher unbekannt. Ich find die negativen stimmen auch absolut uebersensibel, man muss doch nicht in alles was schwarz ist, rassismus interpretieren. Ich bin selber auslaender und meine besten freundinnen sind schwarz, und glaubt mir: die wuerden sich freuen wenn mehr make up marken so dunkle toene auf den markt bringen wuerden

30. Dezember 2012 um 01:30

Ich schließe mich Teyfun an.

Manche Menschen regen sich glaub auch einfach gerne auf. Ich mein, wer beschwert sich, dass Halle Berry (angeblich ja schwarz) einen asiatischen Mann und eine weiße Frau gespielt hat? Irgendwie keiner.

Anonym
30. Dezember 2012 um 16:17

@RhopeNaja also das gehört schon zur Allgemeinbildung. Als internationale Marke kann man sich ja wohl auch kaum damit rausreden, "britisch" ergo unwissend in Bezug auf diese Thematik zu sein.

Anonym
30. Dezember 2012 um 17:35

@Peikko

Naja, aber die "Yellowface"-Darstellungen im Film Cloud Atlas wurde schon kritisiert. Allerdings habe ich nichts darüber gehört, wie Halle Berrys Darstellung einer weißen Frau aufgenommen worden ist.

Liebe Grüße

sati
30. Dezember 2012 um 20:54

Ich muss leider sagen, ich finde sehr wohl, dass die kampagne rassistisch ist. nur weil in deutschland viele evtl. noch "nie irgendwas von blackface gehört" haben, heißt das nicht, dass es keine reale sache ist, die die gefühle von wahnsinnig vielen menschen verletzt. es geht nämlich nicht einfach nur darum, dass hier jemand schwarz angemalt wird und die kritikerInnen sich nur zu sehr auf die "colour of the skin" konzentrieren, sondern es steckt historisch sehr viel mehr dahinter. die bildsprache, die hier eingesetzt wird bezieht sich absolut eindeutig auf so genannte "minstrel-shows" die lange zeit dazu dienten, schwarze mit negativen stereotypen zu belegen, welche bis heute fortwirken. ich glaube hier nicht an einen zufall (dunkelbraun bemalte haut und leuchtend rote lippen, das ist einfach ZU nah am original). eine solche kampagne in amerika zu schalten ist unsensibel und dumm (rassistisch wäre sie auch überall sonst) und ich finde es nicht nur nachvollziehbar, dass es hier einen riesenaufruhr gab, sondern völlig richtig. illamasqua hat bei mir wahnsinnig an symphathie eingebüßt, wenn nicht schon durch die kampagne, dann spätestens durch die halbherzige und verantwortung von sich weisende "rechtfertigungs-stellungnahme".

1. Januar 2013 um 21:24

Ich frage mich ja bei sowas immer, wer sich da wirklich aufregt? Sind das wirklich immer die "Schwarzen", die sich angesprochen und verletzt fühlen? Keine Ahnung.. kann es aber auch überhaupt nicht nachvollziehen, aber vielleicht liegt es ja wirklich einfach an der Geschichte.

Ich weiß noch, wie viele sich aufgeregt haben über Resident Evil 5, was in Afrika spielte und man somit auch schwarze Zombies/Mutanten abschießt. Von wegen das wäre rassistisch und so. Das in jedem anderen Teil die Zombies weiß sind interessiert irgendwie keinen? Und die Spanier haben sich noch gefreut, dass der vierte Teil (mehr oder weniger) in ihrem Land spielt.. :D Ka, ob es einfach unterschiedliche Mentalitäten gibt?

Ich sehe bei Illamasqua jedenfalls keine rassistischen Intentionen, aber man kann ja in fast alles etwas böses reininterpretieren, wenn man unbedingt will.

Anonym
2. Januar 2013 um 00:02

Nichts für Ungut aber mMn sehen nur Menschen,die selbst rassistische Gedanken haben, in dieser Kampagne den entsprechenden Rassismus.
Ich bin ein sehr toleranter Mensch und das erste, was ich gesehen habe, war Kunst - und zwar eine, die einem ins Auge springt (nicht negativ).
Nur mal so ein Gedanke: Was wäre, wenn die Firma nur die weiße Frau genommen hätte? Würde dann jeder 3. aufschreien "Das ist Rassismus! Sie verherrlichen den weißen Mann!!"
An die "Blackface" hab ich (ehrlich gesagt) gar nicht gedacht - weil meine Gedanken niemals in diese Richtung gehen würden.


3. Januar 2013 um 19:11

Ich persönlich sehe die Kampagne nicht rassistisch. Empfinde das ganze jedoch als eine reine Marketingstrategie. Denn ich glaub ehrlich gesagt nicht, dass diejenigen die diese Kampagne entwickelt haben nicht die Gemeinsamkeiten mit dem „Blackface“ bemerkt haben sollen und es ihnen so unklar sei, dass es bei manchen Menschen die entsprechende Assoziationen hervorrufen würde. Meines Erachtens nach haben sie es drauf angelegt, denn so kommen sie in die Presse und auch diejenigen, die diese Kampagne noch nicht kannten, werden sie nun kennen. Letztendlich ist es ja sehr individuell ob man dieses Bild als rassistisch oder als Kunst betrachtet.

Kommentar veröffentlichen

Bitte postet keine Werbelinks/URLs zu Euren Blogs oder Shops, da ich diese nicht mehr freischalte. Danke für die Einhaltung der Netiquette! :)