Hallo ihr Lieben!
Kennt ihr es, dass wenn ihr einen dermaßen schlechten, dreisten und unfähigen Service erlebt, einfach nur sprachlos seid? - Auch wenn ihr normalerweise vielleicht nicht auf den Mund gefallen seid? - Das Opfer einer solchen Begebenheit bin ich heute Abend geworden.
Normalerweise ist meine Schmerzgrenze, was schlechte Dienstleistung betrifft, relativ hoch. Ich flippe nicht aus, wenn mir mal das falsche Getränk serviert wird (Irren ist menschlich!), und wenn der Laden ein wenig voller ist, bin ich auch chillig gewillt ein wenig länger zu warten (Kann ja mal passieren). Am besten lässt sich sowas aber auch aushalten, wenn die Kellnerin oder der Barkeeper dabei nett sind und sich mit einem Lächeln dafür entschuldigen, obwohl sie nichts dafür können. - Da bin ich schnell versöhnt!
Nun, das ist mir heute Abend leider nicht passiert. Ich bekam vor einiger Zeit einen Gutschein von der PR-Abteilung von Senzera geschickt für eine kostenlose Shellac-Behandlung. Diese Behandlung soll supidupi sein, ich denke primär für Lackierfaule und Lackierkrüppel, da dank eines tollen UV-Lacks, der mit dazugehöriger Lampe ausgehärtet wird, der Lack ungefähr 2 Wochen lang halten soll. Für Nagellackjunkies wie mich ist das eigentlich furchtbar - 2 Wochen lang eine Farbe tragen müssen, oh weia :) Aber nichtsdestotroz war ich sehr neugierig und so machte ich einen Termin für heute Abend aus, auf den ich mich auch bereits freute!
Das, was folgt, und auch mit der Ehrlichkeit und der Aktualität (die bösen Gefühle brodeln noch im Bauch!) mit der ich gerade schreibe, wird mir Leid tun. Es tut mir nicht Leid, dass ich ein Gratisprodukt schlecht rede und es tut mir nicht Leid, dass ich es schonend ehrlich verbreite. Aber es tut mir Leid für die nette PR-Frau, mit der ich Kontakt habe, und die sich immer sehr viel Mühe gibt und extrem freundlich ist, und es tut mir auch Leid für andere Senzera Mitarbeiter, die diesem Bild ganz und gar nicht entsprechen. Das schon mal im Vorfeld :)
Ich komme also zum vereinbarten Zeitpunkt zu Senzera angedackelt und warte. Werde wie folgt begrüßt: Gar nicht, weil die Dame am Telefon sprach. Also setzte ich mich und wartete - ist ja kein Problem. Eine andere Dame gesellte sich dazu und sagte: "Hallo, wie heißt du?" - Ich: "Jettie, aber ich weiß nicht, ob ich mit Vor- oder Nachnamen drin stehe. Auf jeden Fall soll ich einen Termin bei Gerlinde (Name geändert) haben." - "Ja kommt mit."
Hm, okay, ich trottete hinterher, war noch frohen Mutes und setzte mich in den Manikürebereich. Bevor wir anfingen fragte ich, ob ich Fotos machen dürfte, weil wegen Blog, PR-Frau, Gutschein, und blah und sooo. Die Blicke, die ich daraufhin bekam waren von ganz komischer Natur... eine Mischung aus Unverständnis, Genervtheit und Ignoranz. Die Antwort lautete "Ich weiß nicht, da muss ich meine Chefin fragen."
Was darauf passierte war... nichts. Sie tat nicht mal so, als wolle sie sie suchen oder fragen... hmm, da dachte ich mir, ok... machst du mal keinen Affentanz drum, dann machst du halt keine Fotos... Bloggste halt ohne... Als nächstes durfte ich mir einen Nagellack aussuchen. Die standen in der Ecke, im Dunkeln. Gesehen habe ich nichts und auf Anspielungen wie "Ich seh kaum was, es ist so dunkel" passiert nichts, aber dank anderer Mädels, die bereits Shellac-Bilder twitterten, hatte ich schon die tolle Korallfarbe "Tropix" im Kopf. Auf die Frage hin, ob er denn Orange sei (sah in der Flasche so aus), bejahte meine Nagelfrau (na, wie sollte ich sie auch nennen, sie war nämlich NICHT Gertrude und hat sich auch nicht vorgestellt) das. Etwa weil sie blind ist? - Nein, weil es ihr wahrscheinlich egal war.
Gedutzt wurde ich von vorne bis hinten, während ich sie gesietzt habe. Das sehen ja viele nicht so eng, wenn sie im Service gedutzt werden, aber in Kombination mit dem Unterton und der Wortwahl ("Steck deine Hand rein!" [äh also in die UV-Lampe ;D]), empfand ich das mehr als unangenehm. Alsbald legte Nagelfrau also los - ohne mir annährend erklärt zu haben, WAS sie genau da macht oder im Vorfeld abzuklären, wie die weiteren Schritte aussehen werden.
Sie nahm erstmal meinen Nagellack ab - mit 20 hauchdünnen Tupferl. Leider war mein Nagellack wohl ein bisschen resistent und wollte und wollte nicht ab (im Übrigen: 2 Schichten Essence Lack aus der Sun Beach Dingsda und 1 Schicht Essence Top Coat!). Statt aber den Nagellackentferner einwirken zu lassen oder andere Tricks anzuwenden rubbelte sie eine halbe Stunde lang an meinen Nägeln herum... meine Hände sahen danach aus als hätte ich jemand abgeschlachtet (mein Kopfkino passte dazu eigentlich gut). Aber Schuld hatte der Nagellack, das ist ja klar :)
Als das Gemetzel an meinem alten Nagellack vorbei war, nahm sie eine weitere Flüssigkeit zur Hand und rubbelte mir die Fingernägel damit ab. Weil ich ja neugierig bin (ich habe auch das Recht dazu, finde ich, schließlich schmiert sie mir das auf meine Hand), und weil ich auch darüber bloggen wollte, fragte ich "Was machen Sie denn da für eine Flüssigkeit drauf?" - "Das ist was zum Fettrückstände entfernen. Warum fragst du????" - Da blieb mir ja die Spucke weg.... einfach nur sprachlos. Daraufhin fragte sie aber (man bemerke das witzige Gefälle zwischen was ich fragen darf und was sie fragen darf): "Was arbeitest du denn??". Ich beantwortete das ungewollt, aber höflich, und musste noch erklären, was das denn genau ist :) Auch kam dann 10 Minuten später (die dazwischen schwiegen wir, jap) die Frage "Wie lange arbeitest du denn am Tag?" - "Äh... 8 Stunden?" - "Aha, also ganz normal".
WTF? Mir war zwischenzeitlich danach aufzustehen und einfach diesen miesen Laden zu verlassen. Ohne Scheiß, sowas unfreundliches... aber ich habe durchgehalten. So biss ich mir auf die Lippe und habe weiterhin meine Behandlung "genossen".
Sie fragte mich auch "Willst du eine Maniküre?" - Ich überlegete noch und stammelte einige "Äh uhm also..."s heraus als sie prompt ihre eigene Frage für mich schon beantwortete "Nein, brauchst du eigentlich nicht." - Achso, na dann - schön, dass wir drüber gesprochen haben, danke für das Gespräch!! Trotzdem erhielt ich eine schnelle und schmerzlose Maniküre in der Form von Nagelfeilen (keine Frage nach der Präferenz meiner Nagelform...) und durfte noch den Schmerz aushalten, wie sie mir die Metalldinger unter die Fingernägel rammte, um den "Dreck" dort zu entfernen. Nice. - Ich bin nicht schmerzempfindlich oder pingelig, wohlbemerkt.
Am Ende wurde mir noch ohne zu fragen OPI Nagelöl auf die Finger getröfelt (ein Träumchen mit öligen Fingern durch die City zu laufen und sich die Klamotten und alles andere damit einzusauen), ohne dass ich gefragt wurde. Aber es sei ja "ganz ganz ganz wichtig" sich die Nagelhaut einzuölen, sonst würde das ja alles so trocken werden.
Geredet in den 90 Minuten Behandlung haben wir kaum. Zu trinken bekam ich auch nichts angeboten (andere Kunden hingegen schon). Gefragt, was ich gerne hätte, wurde ich auch nicht. Es wundert mich ja schon, dass ich den Lack aussuchen durfte. Die Frage nach den Fotos wurde nie beantwortet. (Geil, wie dreist die mich verarscht ignoriert hat.) Der Nagellackauftrag ist zuweilen so dilletantisch, dass ich das selbst besser machen könnte, ohne mir darauf was einbilden zu wollen. Als ich am Ende mit aufgestauter Wut im Bauch zur Kasse ging hieß es nur "Zeig mal deinen Gutschein" und dann standen dort zwei Mitarbeiterinnen, die mehr als genervt waren im Kassensystem nach dem Menüpunkt "Wo kann man denn die PR Gutscheinnummer für komische fotomachenwollende Menschen eingeben?" suchten. Als meine Nagellackfrau ihre Kollegin fragte "Und da die Farbe eingeben?" - Kollegin: "Ja da. Welche Farbe?" - Nagellackfrau: "Ja so n Koralle" - Kollegin (wohlbemerkt die 'Chefin'): "Ja da, Ice Coral... da." (Wer hat aufgepasst in diesem Post?)
Es sind noch diverse andere Dinge passiert, die das Erlebnis für mich komplett zum "Anti-Erlebnis" der Woche gestaltet haben. Und bevor ich mir vielleicht von einigen anhören muss, dass ich selber Schuld sei, weil ich die Schnauze nicht aufgekriegt habe oder dass ich undankbar sei, weil es ja schließlich für umme bekommen habe - sei es so. In der Situation, unter den Gegebenheiten, blieb mir einfach die Spucke weg. Und gratis rechtfertigt keinen schlechten und unfreundlichen Umgang mit Menschen (nichts tut das!), erst recht nicht, wenn ich erzähle, dass ich darüber öffentlich schreiben möchte. Wenn ich dafür die üblichen 20€ gezahlt hätte, hätte ich sofort eine Beschwerde vor Ort eingereicht und eine Bezahlung verweigert (ging aber so schlecht mit einem Gutschein :D).
Und um diesen Post mit den Worten abzuschließen, die auch meine letzten Worte im Senzera-Studio waren: Ich: "Dankeschön (ja, ich BIN halt höflich ne... aber eigentlich dachte ich mir natürlich ganz andere Dinge!), schönen Abend noch. Tschüß!" - Nagellackuschi und Chefin: "Jahaa, tschööhöö.."




















































