Dienstag, 8. Juni 2010

Jeden Tag (k)eine gute Tat?

Hallo ihr Lieben!

Heute mal was Ernstes. Manche werden denken: Ey das passt gar nicht auf einen Beautyblog. Hm, okay, das mag zwar sein, aber ich möchte es trotzdem ansprechen, weil ich mich mitteilen möchte und es mir egal ist, wenn mich jemand deswegen Scheiße findet :) Es geht um das Thema Spenden. Wir kennen das ja, wenn etwas Furchtbares auf der Welt passiert (Hurricane, Tsunami, Krieg, Erdbeben, etc.) oder sonstiges, oder auch allseits beliebt zur Weihnachtszeit, wenn Menschen das Bedürfnis haben zu Geben, wird zum Spenden aufgerufen.

Ich spende ab und zu - für Ärtze ohne Grenzen, Greenpeace, PETA oder das Rote Kreuz. Immer nur kleine Summen, 10-20 Euro, weil mein Studentenbudget begrenzt ist. Macht ja keinen Sinn, wenn ich spende und die letzte Monatswoche Haferflocken fressen muss, weil ich mir nichts anderes kaufen kann. Und ich spende nur an Organisationen, hinter denen ich auch stehe. Manchmal (ja in melanchonischen Attacken) denke ich mir, wie blöd bin ich eigentlich Monat für Monat Geld für sowas Banales wie Kosmetik auszugeben statt eventuell 10 Euro abzuknapsen und es einem guten Zweck zulassen zu kommen.

Es ist nicht so (bitte nicht falsch verstehen!!!!!!!!), dass ich denke "Wow was bin ich für ein guter Mensch" und "Pfui Leute die nicht spenden sind Scheiße!" aber ich tue es gerne, weil ich dabei ein gutes Gefühl habe. Jeder trifft seine eigenen Entscheidungen, ich verurteile Menschen nicht, die sich dazu entscheiden nicht zu spenden.

Wo das Geld im Endeffekt landet, darüber habe ich keine Gewalt und werde es wahrscheinlich nicht erfahren. Allerdings hat mich beim Erdbeben auf Haiti richtig wütend gemacht, als ich hörte, dass sie nicht nicht helfen können, weil es an irgendwas Essenziellem wie Helfern gehapert hat, sondern an Maschinerie oder Benzin... Sowas macht mich wütend!! Und natürlich, ich muss zugeben, man spendet schon ein wenig, um sich besser zu fühlen... da will ich nicht lügen müssen.

Ich studiere VWL und wir beschäftigen uns jeden Tag mit den großen Disparitäten der Welt, reich und arm, viel und wenig... ich will nicht auf die Tränendrüse drücken oder arme kleine Kinder adoptieren, aber Fakt ist einfach, dass wir mehr haben und man sich vielleicht öfter darüber bewusst sein sollte. Ich will nicht die Welt retten, die globalen Wirtschaftsverhältnisse ändern (obgleich ich natürlich genau wüsste wie! ;D), oder sonstiges, aber manchmal muss man sich ein wenig besinnen und dankbar dafür sein, was man hat und wo man lebt.

Bitte versteht das nicht als eine Verurteilung oder einen Aufruf nach dem Motto "Ey ihr Schminktussen, kauft weniger Make Up und spendet das Geld lieber". Auch möchte ich keine Grundsatzdiskussion darüber führen. Das ist nicht meine Intention.

Spendet ihr manchmal auch? Wie ist eure Meinung dazu?? Das würde mich sehr interessieren. Und keine Sorge, meine melancholischen Anfälle kommen relativ selten ;) <3

10 Kommentare

8. Juni 2010 um 18:58

Mh, gute Frage. Ich habe bisher immer gespendet wenn es zu solchen Katastrophen wie Haiti oder den Tsunami kam. Das hat mich enorm bewegt und da hab ich den Monat lieber auf irgendwas verzichtet (den Aspekt mit dem schmalen Studentenbudget kenn ich ;D).

Andrerseits schreckt es mich persönlich ab wenn ich nicht mehr normal durch die Stadt gehen kann ohne 10 Mal von den Johanitern oder was weiß ich angesprochen zu werden, die mir nen schlechtes Gewissen machen wollen wenn ich sage, dass ich Student bin und nicht regelmäßig (also jeden Monat) 20 Euro spenden kann/möchte. Dann kommen Sprüche wie "Dann gehst du halt mal einmal weniger weg, haste direkt 50 Euro gespart.". Ähm ja, danke. Das hinterlässt bei mir nen negativen Nachgeschmack.

8. Juni 2010 um 19:10

Jaa, ich spende schon manchmal. Aber ich denk mir oft, ob mein Geld auch wirklich ankommt, kann man ja nie prüfen. Und dann gibt's ja auch immer diese ganzen Skandale... Deswegen spende ich am liebsten bei der Tafel (also die von meiner Stadt). Die hatten nämlich ganz tolle Ideen. Manchmal sind sie bei verschiedenen Supermärkten und dort kauft man halt was für die Tafel und überlässt ihnen das Produkt. Oder beim Lidl gibt's am Pfandautomat eine Taste mit "Spenden für die Tafel", die Idee find ich auch klasse, so kommen immer 1-2€ in der Woche von mir =)
Aber so einen faden Beigeschmack kenn ich auch wie Samira, diese "Helfer" können schon ganz schön fies sein...

8. Juni 2010 um 19:27

also ich spende nicht.
ich mag große Organisationen nicht,den da geht zu viel Geld für Bürokratie und ich will das das Geld bei den Menschen ankommt.
ich habe für mich eine andere Lösung gefunden.
ich überweise das Geld direkt an ein Kinderheim in meiner Heimatstadt.
Den sogar 50 € ist viel Geld in meinem Heimatland.Davon können sie ein Kind zusätzlich ernähren.
Und da ich einmal im Jahr da bin,freu ich mich die alle zu sehen.So ist es viel persönlicher!

8. Juni 2010 um 19:35

Also ich finde, dass du durchaus recht hast. Allerdings muss ich zugeben, dass ich bis jetzt noch nie bei einer Organisation wie dem Roten Kreuz etc. etwas gespendet habe.. ich finde, dass es leider nicht mehr nur in anderen Ländern Probleme gibt. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Kinder/Familien, die wirklich(!) wenig Geld haben und da finde ich es toll, dass es so etwas gibt wie die Tafel od. solche "Arche"-Einrichtungen.
Das mit diesem schlechten Gewissen machen, kenne ich auch, dass machen auch viele von Greenpeace od. WWF. Und ich studiere auch und hab nicht so viel Geld wie viele andere, die noch nie gespendet haben. Ich gehe häufig durch die Stadt und werde von Obdachlosen angesprochen, je nachdem was für einen Eindruck sie auf mich machen, spende ich denen immer etwas! Natürlich nicht, wenn ich weiß, das sie das ans nächste Büdchen tragen um Bier zu kaufen! Aber so etwas finde ich auch wichtig, denn diese Menschen haben nichts und werden von der Gesellschaft bewusst ausgegrenzt! Grade als es dieses Jahr ja so besonders extrem mit dem Winter war habe ich vielen etwas gegeben. Auch oft an Weihnachten, wo man für die Obachlosen (ist glaub ich auch eine Aktion der Tafel od. der Caritas) solche Päckchen packen kann, das mach ich häufig.
Was ich auch toll finde sind Patenschaften wir hatten für mehrere Jahre ein Patenkind von den Philippinen und es war toll zu sehen, wie sich ihr Leben "verändert" hat. Das mit diesem Pfandautomaten, was Miss Tammy geschrieben hat, find ich ja wirklich eine klasse Idee, würde mir wünschen das es so etwas bei uns auch gäbe.

8. Juni 2010 um 20:02

ich habe erst ein mal Geld gespendet. Im Moment habe ich wegen meines Budgets da aber auch keine großen Gewissensbisse.
Ich spende dafür Blut, Thrombozyten und bin eingetragener Organ- und Knochenmarksspender.
Das ist auch eine Art der Spende find ich:-)

8. Juni 2010 um 21:06

greenpeace bekommt von mir via dauerauftrag regelmässig was gespendet. das ist mir noch wichtig. ich finde die machen wirklich gute sachen.

ich spende generell lieber für umwelt-anliegen als für soziale probleme.
in meiner ausbildung zur tourismusfachfrau haben wir einige einblicke hinter die kulissen erhalten. so dass ich nicht mehr ohne schlechten nachgeschmack an gewisse länder spenden könnte.
es ist unglaublich wie viel eigentlich verboten wäre, wo aber die politiker beide augen zudrücken.

8. Juni 2010 um 22:08

Es freut mich, dass hier doch so viele spenden!

Ich kann das mit dem negativen Beigeschmack nachvollziehen, solche Kopfgeldjäger sollten eigentlich auch verboten werden. Gewisse Institutionen werden einfach durch die Methodik, die sie anwenden, kaputt gemacht. Aber brachiale Methoden mit dem guten Zweck rechtfertigen, läuft nicht!

Miss Tammy, das finde ich total klasse mit dem Pfandautomat. Das ist mal eine Möglichkeit im Alltag, die man gerne nutzt und die Hemmschwelle ist viel kleiner, da man ja schon das Geld gezahlt hat (man vermisst es also nicht mehr) und es so kleine Summen sind. Klasse! Und regionale Spenden finde ich auch klasse, da kann man sehen, was mit dem Geld passiert. Da stimme ich Tammy & Majka zu.

Ja Pinkgirl... das stimmt, was du sagst. Allerdings glaube ich, dass zwischen den Fragestellungen "Wie bezahle ich meine Kippen, die ich in meiner Sozialwohnung rauche?" und "Was esse ich, werde ich heute überleben?" Welten liegen. Ich will nicht klischeehaft werden (ok, wahrscheinlich zu spät), aber gerade in Deutschland bekommt man alle Möglichkeiten geboten etwas aus seinem Leben zu machen. Gut, Wirtschaftskrise, Chancenungleichheit, blahblah, klar. Aber wenn den Leuten hier das Hartz IV gekürzt wird (ok, das ist aber nicht meine Entscheidung, sondern die des Staates! Wenn die zu feige sind Reiche zu besteuern - Tja.) dann empfinde ich nicht so eine arge Wut, wie wenn ich bedenke wieviel Kinderarbeit und medizinisch vermeidbare Todesfälle es auf der Südhalkugel gibt. Obdachlosen gebe ich gerne was, wenn sie freundlich und zuvorkommend sind. Diese 2 Euro erzeugen bei mir nicht annährend soviel Schmerz, wie ihm diese 2 Euro Freude machen.

Lewelya, ich würde auch Blut spenden, habe leider keinerlei sichtbare Adern an den Armen. Das wird zur richtigen Tortur. Als ich Verdacht auf Blinddarmentzündung hatte, hat die KS mir 10 Mal Nadeln reingestochen (u.a. auch am Knochen am Handgelenk...lecker) und nichts aus mir rausbekommen. Und als der Arzt kam, hat er es nur geschafft 2 statt 6 von diesen Dingern zu füllen. :( Das fällt für mich weg. Denke aber auch über Organspende nach!

Mora, das finde ich klasse!! Ich musste mir manchmal schon anhören, wieso ich für PETA spende (also Tiere) statt für Menschen... und das von Menschen zu hören, die generell auf das Thema Spenden und Geben scheißen, ist hart! Ja, die komplette Welt ist korrupt und käuflich, das ist leider wirklich wahr. Es kommt immer nur auf den Preis an.

9. Juni 2010 um 02:44

Ich spende manchmal, nicht immer. Und wenn ich es tue, dann gerne, ohne Reue und stets in der Hoffnung, dass mein Geld auch dort ankommt, wo es letztendlich helfen soll. Wütend macht mich so vieles, es ist eine Ohnmacht als Einzelperson mit beschränkten Mitteln (im Vergleich zu reichen Menschen) so wenig helfen zu können. Es hinterläßt schon des öfteren einen bitteren Nachgeschmack, wenn ich mir etwas "mehr oder weniger unnötiges" kaufe, und andere haben nicht mal ein Dach über dem Kopf, geschweige denn genug zu essen. Und wenn ich reich wäre, wo fange ich an zu helfen, zu spenden, wo? Es gibt derart viel Elend in unserer Welt, nicht nur in der Ferne, sondern auch nah, menschlich abgrundtiefe Zustände, die mehr als menschenunwürdig sind. Das alles macht mich wütend und machtlos. Ja es gibt reiche Menschen die wirklich viel Gutes tun, Bill Gates z.B. ist nur einer davon, aber es scheint nie genug zu sein.
Trotzdem, wenn jeder denken würde: "wozu soll ich spenden, bringt eh nix", dann wäre erst Recht niemanden geholfen. Und so hoffe ich auch im kleineren, mir möglichen Rahmen etwas zu geben, was auch nur irgendwie den endlos großen Elends-Topf aufbessern kann. Ich könnte hier noch Romane zu diesem Thema schreiben, und was mich dazu bewegt, aber das würde wohl den Rahmen eines Kommentars sprengen.

9. Juni 2010 um 22:40

Ich spende jedes Jahr die "klassische" Weihnachtsspende. Meistens an lokale Vereine, von denen ich weiß dass sie das Geld gut gebrauchen können und dort wird es auch wirklich gut eingesetzt und man weiß dass es ankommt, ist irgendwie persönlicher.
Ich denke mir, jeder sollte in seinem Rahmen spenden, auch 1 € ist Geld und mal angenommen jeder würde nur 1 € spenden, da kommt auch schon eine Menge zusammen.

10. Juni 2010 um 00:29

Ich sehe das ähnlich Petra. Dieses Ohnmachtsgefühl kommt bei mir manchmal auch, immer kurz aber heftig. Das meinte ich ja eben mit dem "Wir können die Welt nicht retten", aber es liegen ja noch feine Abstufungen zwischen "Scheiß drauf ist mir egal" und "Ich rette die Welt!". Man muss nicht jeden Tag aufstehen mit einem Gefühl der Reue und des schlechten Gewissens, aber man sollte es einfach auch nicht vergessen, wie gut man es hat.

Schön, dass ihr euch dazu geäußert habe, finde ich klasse eure Meinungen zu hören! <3

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